Schulung für Ökoregelung 5
Kennarten in Dauergrünlandflächen sicher bestimmen

 Blühwiese

Das Grünland beherbergt einige der artenreichsten Vegetationstypen. Die Ökoregelung 5 zielt darauf ab, noch vorhandenes artenreiches Grünland zu erhalten. Für die Förderung ist das nachweisbare Vorkommen ausgewählter Kennarten auschlaggebend. Wie man diese sicher erkennt, das vermittelte eine Schulung im Sinngrund, zu der das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Karlstadt gemeinsam mit dem Naturpark Spessart e.V eingeladen hatte.

Ziel der Veranstaltung war es, die Teilnehmenden bei der sicheren Bestimmung von Kennarten auf Dauergrünlandflächen sowie bei der Erfassung in der FALBY-App zu unterstützen. Die Ökoregelung 5 fördert artenreiches Dauergrünland und honoriert extensive Bewirtschaftungsformen derzeit mit 210 Euro pro Hektar. Voraussetzung für die Förderung ist der Nachweis bestimmter Pflanzenarten auf den Flächen.

Personen auf einer Blühwiese
36 Kennarten
Zu Beginn der Schulung wurden anhand der Broschüre „Artenreiches Grünland – Ergebnisorientierte Grünlandnutzung“ der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) gemeinsam die insgesamt 36 relevanten Kennarten besprochen. Auf der besichtigten Fläche konnten rund 25 Arten nachgewiesen werden – ein deutliches Zeichen für den hohen ökologischen Wert und die Artenvielfalt des Grünlands im Sinngrund.
Im Anschluss teilten sich die Teilnehmer in Gruppen auf. Johannes Lieb vom AELF Karlstadt erläuterte die grundlegenden Anforderungen der Ökoregelung 5. Dabei informierte er über die Förderbedingungen, die notwendige Erfassung der Flächen im Zweijahresrhythmus sowie die praktische Anwendung der FALBY-App. Besonderes Interesse galt der Vorführung der App und der Vorstellung einer neuen Methode zur Erfassung der Kennarten. Es müssen nicht mehr zwingend die mindestens vier Kennarten mit der Transektmethode nachgewiesen werden, sondern es reicht aus in der Fläche die entsprechenden Kennarten vorzufinden und acht Bilder zu erstellen. Bei der gleichen Kennart müssen die jeweiligen Pflanzen mind. 15 Meter auseinander stehen
Personen auf einer Blühwiese
Blühwiesen sind wichtiges Refugium für die Natur
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der naturschutzfachlichen Bedeutung der Wiesen im Sinngrund. Christian Salomon vom Naturpark Spessart stellte deren besonderen Wert für seltene Tier- und Pflanzenarten heraus. Hervorgehoben wurde dabei insbesondere das einzigartige Vorkommen der Schachblume im Sinngrund, die als botanische Besonderheit weit über die Region hinaus Bedeutung besitzt.
Praxisnah ging es auch bei Sabrina Jochum, Gebietsbetreuerin für Grünland, um den Umgang mit problematischen Giftpflanzen auf Grünlandflächen. Thematisiert wurden das Erkennen und die Bekämpfung von Wasserkreuzkraut, das durch gezieltes Ausstechen zurückgedrängt werden kann, wie es schon seit Jahren erfolgreich durch den Naturpark praktiziert wird, sowie Maßnahmen zur Eindämmung der Herbstzeitlosen.
Zum Abschluss galt ein besonderer Dank den Flächenbewirtschaftern Oskar und Yvonne Weber, die ihre Wiesenflächen für die Schulung zur Verfügung stellten und damit diesen praxisnahen Austausch ermöglichten.