Erfolgreicher Workshop
Erosionsschutz auf dem Acker: Verantwortung für Landwirtschaft und Gesellschaft

Teilnehmer einer Infoveranstaltung

Das Thema Erosionsschutz ist den Landwirten wichtig. Das zeigte der Workshop zu diesem Thema, der vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Karlstadt gemeinsam mit der Schwammregion Main-Werntal organisiert wurde. Die rund 20 Landwirte bekamen nicht nur allgemeine Informationen, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen für eigene Flächen, die von Erosion betroffen sind.

Den fachlichen Einstieg übernahm Dr. Joachim Liebler von der Regierung von Unterfranken. In seinem Vortrag betonte er, dass effektiver Erosionsschutz nicht an der Bodenoberfläche, sondern im Boden selbst beginnt. Denn Mulch oder Begrünung auf dem Ackerboden könnten nur dann ihre volle Wirkung als Bodenschutz entfalten, wenn der Boden das Wasser aufnehmen kann.

„Ein ausgerollter Rundballen verbessert nicht das Infiltrationsvermögen einer Asphaltstraße!“, so Liebler. Heißt: Für effektiven Erosionsschutz ist ein Boden mit hoher Wasseraufnahmefähigkeit zwingende Voraussetzung. Praxisnah erläuterte er, welche Faktoren die Infiltration fördern: stabile, unverschlämmte Bodenoberflächen, zahlreiche Wurzel- und Regenwurmgänge sowie eine intakte Bodenstruktur.

Schwierige Bodenverhältnisse können durch Kalkung oft verbessert werden. Allerdings, so Liebler, reiche die Messung des pH-Wertes nicht aus, um die Calciumversorgung eines Standorts zu beurteilen. Gerade auf Standorten mit erhöhten Magnesiumgehalten – etwa infolge intensiver organischer Düngung – könne der pH-Wert scheinbar im „optimalen“ Bereich liegen, während das für die Krümelstabilität entscheidende Calcium bereits verdrängt wurde und die Bodenstruktur darunter leide. Verlässliche Aussagen zur Kalkversorgung seien daher nur möglich, wenn neben dem pH-Wert auch der Magnesiumgehalt bestimmt wird.

Im Anschluss referierte Johannes Lieb, Wasserberater am AELF Karlstadt, zum Thema „Wasser in der Landschaft halten – was kann ich tun?“. Er stellte klar, dass bereits geringe Niederschläge unter ungünstigen Boden- und Hangverhältnissen Erosion auslösen können.

Feld, mir Erosionsschäden
Daher sind starke Regenfälle, wie Gewitterregen, die eine bis zu tausendfach höherer kine-tischer Energie als normale Landregen besitzen, eine erhebliche Herausforderung für den Bodenschutz. Diese Energie müsse durch geeignete Maßnahmen zunächst abgepuffert wer-den. Als wirksame Gegenmaßnahmen nannte er die konservierende Bodenbearbeitung, eine dauerhafte Bodenbedeckung durch Zwischenfrüchte, ein angepasstes Saatbett sowie Strukturmaßnahmen wie Pufferstreifen und Hangteilung. Zudem informierte er über verschiedene Förderprogramme, die Landwirte bei der Umsetzung finanziell unterstützen können. Entscheidend sei jedoch eine konsequente Umsetzung der Maßnahmen. Denn so Lieb: „Ein Zentimeter Bodenabtrag entspricht rund 140 Tonnen Oberboden pro Hektar. Dieser Abtrag kann Ertragsverluste von 5 bis 20 Prozent verursachen.“
Von der Theorie zur Praxis
Nach den Vorträgen arbeiteten die Teilnehmer praxisnah weiter. Bereits im Vorfeld hatten die Landwirte Flächen mit besonders hohem Schadpotenzial benannt. In Gruppen und mit Unterstützung der Fachleute diskutierten sie ihre betrieblichen Herausforderungen und entwickelten gemeinsam Lösungsansätze. Dabei wurden unter anderem Erosionsschutz- und Biodiversitätsstreifen geplant. Auch langgezogene Hänge ohne Abflussbarrieren standen im Fokus, da sie besonders erosionsanfällig sind. Hier wurden Möglichkeiten zur Verbesserung durch eine Hangteilung erörtert.

"Das Thema Erosionsschutz muss dauerhaft in den Köpfen bleiben – zum Schutz der Böden und der landwirtschaftlichen Erträge in der Region", so Bernhard Schwab, Bereichsleiter Landwirtschaft AELF Karlstadt.