Musterbestände zum Waldumbau
Musterbestände - Landkreis Main-Spessart

Ein Herbstwald mit gefärbtem Laub von oben fotografiert

© Katja Sander

Abteilungen Forsten 1 und 2

In dem dreigeteilten Landkreis sind vor allem die Kiefernbestände der Fränkischen Platte und die in allen Wuchsräumen vertretenen Fichenbestände umbaudringlich. Auf den trockenen Standorten eignen sich neben der Eiche auch Elsbeere, Kirsche und Speierling für den Waldumbau. In den Fichenbeständen der Vorrhön und des Spessarts sollten möglichst früh Buchen und Tannen als Voranbau eingebracht werden.

Musterbestand - Waldumbau in der Gemeinde Fellen/Sinngrund

In der Nähe von Fellen können sich Waldbesitzende gleich mehrere Musterbestände erwandern. Drei Wanderrouten unterschiedlicher Weglänge führen an interessanten waldbaulichen Objekten vorbei, deren genauere Betrachtung sich für Waldinteressierte lohnt. Auf überwiegend sandigen Standorten wurden Eichenkulturen angelegt, Buchen unter Fichten vorangebaut und Weißtannen gepflanzt. Gemeinsame Zielsetzung der unterschiedlichen Maßnahmen ist der schonende und standortangepasste Umbau der Fichenreinbestände in klimaresilente Mischbestände.

Musterbestand 1 - Buchenvoranbau unter Fichte

Der Weg zum heutigen Erscheinungsbild

Musterbestand_Fellen_4Zoombild vorhanden

© Katja Sander

Im Herbst 2012 wurden auf einer Fläche von rund 0.9 Hektar ein Buchenvoranbau angelegt. Zur Vorbereitung der Buchenpflanzung wurde der damals 65-jährige Fichtenbestand mit dem Harvester kräftig durchforstet. Die fast 7000 Rotbuchen wurden im Pflanzverband von 1,25mx1,0m gepflanzt. Auf Wildschutzmaßnahmen wurde bei der Anlage der Pflanzfläche verzichtet. In den Jahren 2015 und 2018 wurde eine Begleitwuchsregulierung durchgeführt, bei der einzelne vorwüchisge Holundersträuche entfernt wurden.
2020 wurden einige Fichen des Altbestands entnommen, um den Buchen einen höheren Lichtgenuss zu ermöglichen.

Wie geht es weiter?

In den nächsten zehn Jahren werden sukzessive weitere Fichten des Altbestand entnommen.

Anfahrt

Vom Parkplatz am Müllcontainer in der Spessartstraße in Fellen startet man zu einer ingesamt 1,6 km langen Wanderung auf einer Forststraße leicht bergauf.

BayernAtlas - Musterbestand 1 Externer Link

Musterbestand 2 - Weißtannenvorbau unter Fichtenaltholz

Der Weg zum heutigen Erscheinungsbild

Junge Weißtannen und Fichtenaltbestand

© Katja Sander

Zur Vorbereitung der Tannenpflanzung wurde der damals etwa 90 bis 120-jährige Fichtenreinbestand mit dem Harvester duchforstet. In den geschlossenen Bestandsbereichen wurden im Vorjahr der Tannenpflanzung zwei massive Pfostenzäune zum Schutz gegen den Wildverbiss gebaut. Im Frühjahr 2010 wurden 750 Weißtannen im Verband von 2,0mx2,0m in die gezäunten Bereiche gepflanzt. Wegen einzelner umgefallener Fichten musste der Zaun mehrfach repariert werden. Durch die Überschirmung war bisher keine Kulturpflege notwendig.

Wie geht es weiter?

In den nächsten zehn Jahren wird über den Tannen sukzessive und vorsichtig nachgelichtet, der Zaun wird abgebaut. In den lichteren Bestandsbereichen hat sich Fichten- und vereinzelt auch Buchennaturverjüngung eingestellt. Langfristig soll hier ein strukturreicher und stabilder Fichten-Buchen-Tannenbestand entstehen.

Anfahrt

Vom Parkplatz an der Kirche in Wohnrod führt eine 6,5 km lange Wanderung an den Musterbeständen zwei, drei und vier vorbei. Auf dem Rundweg lohnt sich der Blick auf interessante Anschaungsobjekte in der Nähe der Musterbestände:
  • Weißtannenvorbau mit Buchennebenbestand
  • Wiederaufforstungsfläche mit Bergahorn
  • Wiederaufforstung mit Douglasie

Musterbestand 3 - Wiederaufforstung mit Esskastanie

Der Weg zum heutigen Erscheinungsbild

Hinter einem Gehweg befinden sich Esskastanien mittlerer Größe

© Katja Sander

Durch Borkenkäferbefall entstand 2008 eine kleinfläche Freifläche direkt an der Wegegabelung. Im Nachfolgejahr wurde die Freifläche mit 150 Esskastanien und 75 Roteichen wiederaufgeforstet. Die Pflanzen, die im Pflanzverband von 2,0mx2,0m gepflanzt wurden, wurden mit Einzelschutz gegen den Wildverbiss geschützt. Wegen des üppigen Begleichwuchses durch Brombeere wurde die Fläche mehrfach ausgemäht. 2012 wurden 30 Esskastanien nachgepflanzt.

Wie geht es weiter?

Die Esskastanien haben inzwischen eine Höhe von acht bis zehn Metern erreicht. In den nächsten zehn Jahren ist ein schonender Pflegeeingriff geplant, in dem stabile und wohlgeformte Bäume begünstigt werden. Die wenigen verbliebenen Fegeschutzspiralen werden entfernt und entsorgt

Anfahrt

Vom Parkplatz an der Kirche in Wohnrod führt eine 6,5 km lange Wanderung an den Musterbeständen zwei, drei und vier vorbei. Auf dem Rundweg lohnt sich der Blick auf interessante Anschaungsobjekte in der Nähe der Musterbestände
  • Weißtannenvorbau mit Buchennebenbestand
  • Wiederaufforstungsfläche mit Bergahorn
  • Wiederaufforstung mit Douglasie

Musterbestand 4 - Buchenvoranbau unter Fichten-Altholz

Der Weg zum heutigen Erscheinungsbild

Vor einem Fichtenaltbestand befinden sich junge Buchen

© Katja Sander

Im März 2010 wurden zwei Buchenvoranbauten angelegt. Zur Vorbereitung der Pflanzung wurde der damals 90-jährige Fichtenreinbestand mit dem Harvester duchforstet. Im westlichen Teil des Bestandes wurden Buchenwildlilnge mit Stammzertifikat eingebracht. Im östlichen Teil wurden Baumschulpflanzen gepflanzt. In beiden Fällen wurden keine Wildschutzmaßnahmen durchgeführt. In beiden Gruppen wurden die damals etwa 20 bis 50cm großen Buchen im Pflanzverband von 1,1mx1,0m gepflanzt. 2011 wurde in dem Wildlingsbestand mit rund 2300 Buchenwildlingen nachgebessert. 2020 wurden einige Fichten des Altbestandes entnommen, um den Buchen einen höheren Lichtgenuss zu ermöglichen.

Wie geht es weiter?

In den nächsten zehn Jahren werden sukzessive weitere Fichten des Altbestand entnommen. Das Bestandesziel ist ein strukturierter Mischbestand aus Buche und Fichte.

Anfahrt

Vom Parkplatz an der Kirche in Wohnrod führt eine 6,5 km lange Wanderung an den Musterbeständen zwei, drei und vier vorbei. Auf dem Rundweg lohnt sich der Blick auf interessante Anschaungsobjekte in der Nähe der Musterbestände:
  • Weißtannenvorbau mit Buchennebenbestand
  • Wiederaufforstungsfläche mit Bergahorn
  • Wiederaufforstung mit Douglasie

Musterbestand 5 - Junger Traubeneichenbestand mit einzelnen Lärchen-Überhältern

Der Weg bis zum heutigen Erscheinungsbild

Junge Traubeneichen vor einem Lärchenaltbestand

© Katja Sander

Im Winter 2014 wurde der qualitativ minderwertige Lärchenbestand kleinflächig geräumt. Einzelne Lärchenüberhälter wurden dabei erhalten. Im Frühjahr 2015 wurde ein 1,8m hoher, stabiler Wildschutzzaun errichtet. Im Herbst 2015 wurden auf der 0,6 Hektar großen Fläche 2500 Traubeneichen und 650 Rotbuchen im Nebenbestand gepflanzt. Der Pflanzverband betrug 2,0mx0,7 m (2,0m Reihenabstand; 0,7m Abstand in der Reihe). In den Jahren 2017, 2019, 2020 und 2021 wurden Begleitwuchsregulierungen durchgeführt, bei der vorwüchsige Holundersträuche, einzelne Birken und einzelne Fichten zurückgenommen wurden.

Wie geht es weiter?

In den nächsten zehn Jahren stehen weiterhin Pflegemaßnahmen an, bei denen voraussichtlich einzelne Fichten und stark vorwüchsige Birken zurückgenommen werden. Natürlich eingeflogene Mischbaumarten werden überwiegen erhalten.

Anfahrt

Vom Parkplatz an der Kreuzung Eichert in Fellen startet man zu einer ingesamt 4,0 km langen Wanderung auf einer Forststraße bergauf.

BayernAtlas - Musterbestand 5 Externer Link

Musterbestand - Waldumbau im Stadtgebiet Karlstadt

Verschiedene Baumarten in einem dichtbewachsenem Waldstück

© Katja Sander

In der Nähe von Karlstadt können Waldbesitzende einen außergewöhnlichen Waldbestand bestaunen. Über zwanzig Baumarten sind auf der rund einen Hektar großen Fläche in der Gemarkung Karlburg anzutreffen. Speierlinge, Esskastanien, Mehlbeeren, Douglasien und Eichen stehen am Waldrand und unter dem lichten Schirm einiger etwa 120 Jahre alter Altkiefern und Altbuchen.

Musterbestand 6 - Ergänzungspflanzung

Der Weg zum heutigen Erscheinungsbild

Eine Buche fotografiert in Froschperspektive mit dichtem Blätterdach

© Katja Sander

Der Bestand wurde seit 2004 regelmäßig genutzt. Bis zum Jahr 2013 betrug der Einschlag ingesamt 230 Festmeter. Bereits seit 2002 wurden Mischbaumarten zur Buchen-Naturverjüngung gepflanzt oder gesät. Elsbeere, Buchen-Wildlinge, Waldnuss-Wildinge, Vogelkirsche, Strobe, Esskastanie, Europäische Lärche, Douglasie, Bergahorn wurden gepflanzt; Spitzahorn, Bergahorn, Feldahorn, Esche und Hainbuche wurden gesät. 2005 wurde die Fläche vollständig gegen den Wildverbiss geschützt. Im Jahre 2021 wurde der Zaun wieder abgebaut. Da insbesondere an Douglasie und Lärche Fegeschäden festgestellt wurden, wurden einzelne Bäume mit Drahthosen gegen die Fegeschäden geschützt.
Der Bestand wurde intensiv gepflegt, Brombeere und vorwüchsige Haselnusssträucher wurden zurückgenommen; vereinzelt wurden Formschnitte durchgeführt.

Wie geht es weiter?

Es ist ein hoch durchmischter Jungwuchs entstanden. Beinahe alle in Bayern vorkommenden Baumarten sind hier anzutreffen. Unter den sich verschärfenden Bedingungen des Klimawandels ist ein klimaresilenter Waldbestand entstanden, der voraussichtlich auf künftig mit den zunehmenden Temperaturen und dem geringen Wasserangebot zurechtkommen wird. Vom Großteil der Baumarten werden langfristig verwertbare Nutzholzanteile erwartet. In den nächsten zehn Jahren sind weitere Pflegemaßnahmen geplant.

Anfahrt

Von Karlstadt in Richtung Wiesenfeld kommend, geht es unmittelbar vor der Einfahrt nach Rohrbach links in den Wald hinein. Der Musterbestand befindet sich etwa 50 Meter entfernt, gleich hinter der Waldwiese. Parkmöglichkeiten finden Interessierte entlang des Waldweges.

BayernAtlas - Musterbestand 6 Externer Link

Musterbestand 7 - Wiederaufforstung nach Borkenkäferbefall mit Eiche

Der Weg zum heutigen Erscheinungsbild

Junger Eichenbestand

© Katja Sander

Der Ausgangsbestand war ein Fichtenbestand, der durch Käfer und Sturm stark aufgerissen wurde. Im Jahr 2017 wurden 1800 Eichen im Pflanzverband von 1,0mx1,0m gepflanzt. Rund 450 Winterlinden, Buchen und Hainbuchen wurden zusätzlich als Nebenbestand eingebracht. Seit 2017 wurde die Fläche jährlich zwei Mal wegen des starken Brombeerbewuches ausgegrast. Durch die Trockenjahre 2018, 2019 und 2020 kam es vermehrt zu Ausfällen. Rund ein Fünftel der Buchen sind bislang ausgefallen.

Wie geht es weiter?

Die Brombeere muss auch weiterhin reguliert werden. Eingeflogene Fichten und die gepflanzten Nebenbaumarten sind raschwüchsig und bedrängen vereinzelt die gepflanzten Eichen. Deshalb werden in Kürze Pflegeeingriffe zu Gunsten der Eiche durchgeführt. Eingeflogene Birken, Weiden und Zitterpappeln werden als Bienenweide auf der Fläche erhalten.

Anfahrt

Von Karlstadt in Richtung Wiesenfeld kommend, geht es an der Abfahrt nach Karlburg durch die Unterführung unter der St2435 hindurch, und den Tannenberg hinauf. Parkmöglichkeiten finden Interessierte entlang des asphaltierten Weges am Bildstock. Von dort ereicht man den Musterbestand nach ca. 1,3 Kilomtern Fußweg.

BayernAtlas - Musterbestand 7 Externer Link

Musterbestand - Waldumbau im Markt Thüngen

Bäume aus Froschperspektive fotografiert mit dichtem Blätterdach

© Katja Sander

Unweit von Thüngen auf der Fränkischen Platte können Waldbesitzende eine drei Hektar große Erstaufforstungsfläche besuchen. Vor rund 20 Jahren wurde die landwirtschaftliche Fläche mit Spitzahorn, Vorgelkirsche, Winderlinde, Hainbuche und einzelnen Speierlingen aufgeforstet. Heute präsentiert sie sich als ein gemischter und artenreicher Jungbestand, in den sich zusätzlich Birken und Kiefern eingefunden haben.

Musterbestand 8 - Erstaufforstung Thüngen

Der Weg zum heutigen Erscheinungsbild

Blätter

© Katja Sander

Der Bestand wurde 2005, auf eine bis dahin landwirtschaftlich genutzten Fläche, begründet. Vorab wurde gegrubbert und geeggt sowie ein Zentner Sommerweizen je Hektar gesät. Die Fläche wurde gezäunt und es wurden zahlreiche Ansitzpflöcke für Greifvögel aufgestellt. Durch die Einsaat des Getreides kontte die Kultur weitgehend frei von Brombeere und sonstigen Begleitpflanzen aufwachsen. Eine Begleitwuchsregulierung war nicht nötig. Bis zum beginnenden Dickungsschluss hatten die gesäten Spitzahorne, Vogelkirschen, Hainbuchen und Winterlinden jedoch erheblich mit Dürre, Hitze und Frost zu kämpfen. Seit 2019 zeigen sich beachtliche Jahrestriebslängen. Der Zaun wurde zwischenzeitilich abgebaut. Währen der ersten 16 Jahre fand lediglich ein extensiver Pflegedurchgang statt, bei dem vorwiegend Zwieselschnitte für eine bessere Qualitätsentwicklung erfolgten.

Wie geht es weiter?

Es ist ein gut durchmischter Jungbestand enstanden, der mit großer Wahrscheinlichkeit auch langfristig mit den steigenden Temperaturen und dem geringeren Wasserangebot zu Recht kommt. In den nächsten zehn Jahren sind die Astung der Vogelkirschen sowie die zielgerichtete, maßvolle Pflege zugunsten der qualitativ besten Bestandesglieder geplant.

Anfahrt

Die Fläche befindet sich direkt neben dem Thüngener Solarfeld. Von Stetten kommend biegen Sie in der Ortsmitte der Marktgemeinde Thüngen bitte links ab und folgen dem Weg etwas zwei Kilometer leicht bergauf bis zum Solarfeld. Der Bestand befindet sich auf der rechten Seite.

BayernAtlas - Musterbestand 8 Externer Link

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